Mit großem Interesse bin ich wieder Links zu den vermeidlichen „Design-Trends-2017“ gefolgt, und habe nicht schlecht gestaunt …

… über die unerhört innovativen Eingebungen die dort vermittelt wurden.

„Content is king“ also „Inhalte spielen die Hauptrolle“. Die Forderung nach sinnvollen Inhalten, und allgemein gehaltvoller oder sogar nützlicher Kost im Internet, wird seit Jahren wie ein Mantra wiederholt. Ein Resultat ist, dass neben einigen bereits vorhandenen positiven Ansätzen, offenbar eine Gegenbewegung entstanden ist. Wie ein Kind dem man sagt das Obst gesund ist, und das dann als Trotzreaktion nur noch Süßwaren will, hat sich der Superlativ zum ULTIMATIVEN Markenzeichen des vollkommen Sinnlosen erhoben.

„Clickbaiting“ erzwingt die Aufmerksamkeit um jeden Preis. Es spielt keine Rolle ob auch nur der Ansatz eines Inhaltes vorhanden ist, der Klick ist das Ziel, und der Weg, und die Erlösung.

„5 DINGE DIE SIE IN IHREM LEBEN UNBEDINGT GESEHEN HABEN MÜSSEN“ — „This must read guide will improve your life forever!“

Die Königsdisziplin der unmöglichen Überhöhung nicht vorhandener Inhalte ist das Flaggschiff der Superlativistenbewegung, und es gibt überall kleine Fundstücke und Erben dieses Stils.

Im deutschen fängt es bei den Artikeln an. „Die Sulzmaschine“ stellt die Behauptung auf das es keine andere Maschine zum „sulzen“ gibt, was selbst bei einem erfundenen Begriff ziemlich überheblich wirkt. „Eine Sulzmaschine“ ist dagegen ein Understatement über das viele Startups einmal nachdenken sollten.

War „Das Auto“ in der VW Werbung damals ein genialer Einfall, und eine bewusste Provokation, so ist man heute in einen Ozean der Superlative eingetaucht.

Wie können wir uns schützen?

Wem „das Beste”, „die innovativste Lösung“ oder gar etwas „einzigartiges“ unter den Fingern oder dem Schreibgerät brennt, der sollte sich an den Trend der letzten Jahrzehnte erinnern „Content is king“. Nicht der Superlativ, sondern die Inhalte sind der Königsweg.

Aber gegen die ultimativen, wichtigsten Inhalte die unser Leben für immer verändern, können wir uns nicht wehren. Sehen wir sie als Zeichen dafür das irgendwo Inhalte entstehen, und diesen Gegenpol bedingen.

 

Save

Save

Save

Save

Save

Tagged on:         

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.